Donnerstag, 11. Mai 2017

Embrace

Embrace yourself -umarme dich selbst!

Sicher habt Ihr schon von diesem Film gehöret,der heute -und leider wirklich nur heute -in den deutschen Kinos gezeigt wird!Da ich kein Kino in der Nähe und außerdem heute ein normaler Donnerstag mit allem Drum-und-Dran ist, habe ich beschlossen ihn demnächst mal hier zuhause mit meinen Mädels zu gucken.

Es geht um Frauen-Selbstbilder und den Optimierungswahn, den Druck,den Frauen noch immer haben..oder sich machen,um glatt und perfekt und dünn und sexy zu sein...dabei kommt es doch darauf gar nicht an !Es geht um verschieden Körperbilder in verschiedenen Ländern und über unsere Selbstwahrnehmung.

Ein spannendes Thema und eins, was uns Frauen wohl alle angeht und wo es wohl nur wenige schaffen, davon vollkommen unberührt zu bleiben....


Das hier wird wohl ein sehr persönlicher Blogpost und mal wieder einer,der sich nicht mal so eben lesen läßt...habt Ihr Zeit und Lust?

Körperwahrnehmung..ich denke das fängt schon im Kinderalter an, wenn wir gespiegelt bekommen, ob wir so,wie wir sind o.k. sind.Ob wir angenommen werden,so wie wir sind..oder ob wir in Muster und Rahmen gepresst werden.Als ich ein Kind war,da war es eher so, daß ein "braves und hübsche Mädchen" gewünscht wurde...gerne mit Scheitel und auch mal im Kleidchen.Was war ich stolz auf mein Dirndl und die schwarzen Spangenschuhe..und ich erinnere mich noch, daß ich einen Knicks zu Begrüßung machen mußte.

Gleichzeitig habe ich mich aber schon als Kind nicht perfekt und gut genug gefühlt.Ob das schon der Anfang der Mädchen-selbstwahrnehmung war weiß ich noch nicht mal, aber sobald ich etwas älter wurde und langsam in die Pubertät kam,da habe ich mich nur noch unwohl und falsch gefühlt.Die Arme zu lang, die Beine zu lang,ich viel zu groß..so daß ich mir schon damals eine schiefe Haltung angewöhnt habe.Und dann immer dieser "Bauch"..der mit Sicherheit überhaupt nicht vorhanden war!!


So mit 16 fing ich an "aufs Essen zu achten" sprich möglichst wenig zu mir zu nehmen und ich war stolz drauf so dünn zu sein und auch diese Hunger-Gefühl fand ich nicht schlecht...

Der erste Freund unterstütze das und fand mich 5 Jahre und 4 Kilo später zu dick( 1,73 und 62 kg!)
Ich habe ich es immer so hinbekommen, ich bin immer so grade am Rand lang geschrabbt und war nie richtig magersüchtig.Aber das Gewicht hat mich mein ganzes Leben bis jetzt beschäftigt..mal mehr ,mal weniger.


Immer fand ich meinen Bau zu dick...außer in meinen Schwangerschaften,da fand ich mich richtig, richtig rund-um schön!!
Aber gleich danach hat er mich wieder genervt!Und wenn ich jetzt wirklich mal ehrlich bin..jetzt mit Ü50 ist es noch immer kein entspanntes Thema für mich.


Ich "weiß" das zwar alles und ich rege mich fürchterlich auf, wenn ich Tendenz dazu bei meinem Töchtern erkenne und finde das total unnötig,da sie alle so toll aussehen!!Aber ich frage mich, was habe ich da vielleicht unbewußt trotzdem weiter gegeben?? Oder ist es nur dies schrecklich Werbung und all diese fürchterlichen Sendungen??Was für ein Frauenbild wird denn da nur vermittelt?!!Und wenn unser blonde Heidi Klu*,eine Sendung, die sich soo viel junge Mädels angucken genau zu diesem Optimierungswahn mit so viel Erfolg seit Jahren macht...dann kann sich wohl kaum ein junges Mädchen dem entziehen:-(...was wird da vermittelt?? Du bist nur gut und wertvoll und erfolgreich, wenn du schön bist.Und schön bist du nur, wenn du dünn bist und Modelmaße hast...und vielleicht wie ihre Tochter schon mit 7  Jahren perfekt auf highheels laufen kannst...wir gruselig!!!


Wenn ich gut drauf bin, dann bin ich vollkommen zufrieden mit mir, aber wenn alles um mich herum eh anstrengend ist und ich mehr neben mir sehe,dann finde ich auch heute manchmal meine Bauch noch zu wabbelig und zu dick(abends besonders) und sehne mich nach der Oberweite der Stillzeit;-)

Aber insgesamt bin ich nach so viel Jahren endlich zu mir gekommen; ich finde mich o.k sowie ich bin.Ich habe ,auch dank der Näherei und des Austausches hier einen eigenen Stil gefunden und fühle mich wohl!!

Wißt Ihr, was das tolle an den vielen blogs ist...dort sind lauter "normale" Frauen mit den verschiedensten Körperformen und den verschiedensten Geschmäckern.Dort gibt es keine Models, auch wenn manche sich schon sehr inszenieren und mache ihren Bauch doch so sehr einziehen,dass es echt so verkrampft aussieht...aber sonst..eine tolle bunte Mischung von lauter unterschiedlichen tollen und schönen Frauen!!


Mädels,laßt und doch zu unserm Körper stehen...egal ob dürr oder dick,seien wir doch endlich mal nett zu uns, nehmen wir und an...umarmen wir uns und stärken uns und unsere Töchter darin!!

Nun..ich höre schon, die ein oder andere sagen..ja,du bist doch dünn, du kannst so reden...aber nein, darum geht es nicht...es geht um Selbstwahrnehmung.Auch dünne Frauen sind manchmal unzufrieden mit ihrer Figur..wenn Frau will kann sie immer etwas finden..egal,ob es die grauen Haare, der dicke Bauch,der zu dicke oder zu dünne Busen, die nachlassende Spannkraft der Haut..oder Falten..oder krumme Zehen..oder..oder..oder..wenn frau will kann sie immer etwas finden...Aber wir müssen lernen uns so wie wir sind anzunehmen,denn dann, dann sind wir schön, weil wir dann eine Ausstrahlung ..eine Persönlichkeit haben!!
Und das ist ganz besonders wichtig,wenn wir Töchter haben!!Die müssen wir stark machen..und das fängt vielleicht ja schon damit an, wenn sie" eigensinnig"sind, wenn sie eine eigene Meinung haben dürfen und das anziehen dürfen, was sie schön finden !!Denn das heißt"du bist o.k sowie du bist!!"und genau das ist wohl der Schlüsselsatz!!

Du bist ok, so wie Du bist..du bist schön!!Sei milde zu dir..umarme dich selbst, nimm dich an!!


Ach..und hier mit dieser MaLotty ging es mir auch so ein bißchen..ich bin mit Malotty immer nur so halb zufrieden; ich mag den Schnitt total gerne...finde aber immer er sitzt nicht so gut...vorne zuviel Stoff in der Mitte...natürlich wegen fehlendem Inhalt😝...  ;-).aber diesmal bin ich ganz zufrieden...und habt Ihr es bemerkt..ich habe mal wieder eine neue Farbe für mich ausprobiert und ich mag es!!

Und nun ab damit zum Rums und ich freue mich über Eure Meinungen zu diesem nicht ganz einfachen Thema!!

Habt einen schönen Tag,Ihr wunderbaren Frauen da draußen!!
Liebe Grüße!! 
Tanja


Kommentare:

  1. toll geschrieben, liebe tanja! ich kann das genau so unterschreiben. vieles weiß man und ist trotzdem gefangen im hamsterrad von "was finde ich jetzt alles nicht so toll an mir"... wenn ich mir die fotos von mir in den letzten jahrzehnten anschaue, so merke ich, dass zwar insgesamt das volumen zugenommen hat (das seht ihr am blog gar nicht, ich hatte mit anfang 20 bei 169cm 53kg und sah wirklich schrecklich mager aus - glücklich war ich dennoch nicht und man sieht das auf jedem foto!), aber mein gesicht wirkt nun gelöster, freier und lächelt mehr. zumindest gelingt mir das auf familienfotos schon sehr gut, bei "gestellten" blogfotos wirke ich leider immer noch relativ verkrampft.... ich gefalle mir so jetzt eindeutig besser als früher, auch wenn ich immer noch genug "veränderungspotential" ausmache.... aber du hast recht, für unsere töchter sollte es eindeutig anders sein. das wünsche ich mir und ich versuche es mit meiner tochter gemeinsam zu leben. es ist ein gemeinsamer weg und bis jetzt glaube ich, sind wir auf einem ganz guten weg...

    die farbe steht dir wirklich gut und: ich habe etwas mehr um die mitte und da schlägt malotty dann woanders falten: da liegt der stoff dann immer ein bisserl oben auf. :-)

    lg kathrin

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Tanja,
    oh ja das ist ein schwieriges Thema...
    Ich kann mich schon von klein auf daran erinnern, dass mein Umfeld immer auf die "Figur" geachtet hat. "Oh nein, mehr kann ich nicht, ich muss auf meine Linie achten..." Und so weiter, sind Standardsätze und wenn man sieht wie sich erwachsene Frauen genieren, weil nicht perfekt und so weiter... Als Kind nimmt man das einfach so an. Außerdem denken Erwachsene da auch nicht so nach und sagen einfach mal zu einer 7/8jährigen "wenn du so viel Spagetti ist wirst du dick" und solche Sätze. Ich muss sagen, mich persönlich hat das sehr geprägt und ich habe mich schon als kleines Kind in dem Spiegelbild der Fensterscheibe betrachtet und mich zu dick gefunden und auch sehr früh auf die Ernährung geachtet, nichts ist gut genug. Das war Jahrelang ein Thema.
    Um so mehr freue ich mich über diesen Film! Leider werde ich mit 2 kleinen Kindern nicht ins Kino kommen.
    Ich versuche mir bewusst zu machen, wie ich mit meinem Körper vor den Kindern umgehe und thematisiere das Essen nicht. Die Mädels wissen schon immer selber was sie brauchen (außer Zucker, den gibt es immer nur in Maßen) und ich versuche ihnen ihren Kopf zu lassen, also den Willen zu akzeptieren. Ich finde meistens wird schon kleinen Kindern das Gefühl gegeben, dass die "Eigensinnigkeit" unerwünscht ist.
    Vielleicht fängt es schon damit an, meist ist der Körper ja vielleicht nur der Schauplatz auf dem die inneren Minderwertigkeitskomplexe (weil man sich nicht so angenommen fühlt) ausgetragen werden.
    Dann kommen natürlich noch die perfekt geschönten Bilder in Zeitschriften und Fernsehen.
    Selbst wenn ich selber darauf (so gut ich kann) darauf achte, werden sie dennoch auf jeden Fall vom Umfeld darin beeinflusst...
    Aber du hat recht, es ist schön die selbst genähte Kleidung auf den Blogs an "echten Menschen", mit unterschiedlichen Körperformen zu sehen.
    Liebe Grüße,
    Jenny
    Liebe

    AntwortenLöschen
  3. Ich denke,bis man sich selbst akzeptiert, so wie man ist: das ist ein langer Weg, der irgendwie auch nie ganz endet. Ich war immer zu klein, zu dick, zu bebrillt, zu kartoffelnasig, zu ...irgendwas. Dann bekam ich Kinder, Falten und weiße Haare, das war auch nicht besser. Eines Tages fragte ich mich, welchem Bild von mir ich da eigentlich hinterherrenne? Das Bild mache ich mir selbst, denn andere sehen mich überhaupt nicht so. Es ist sogar ganz erstaunlich, wie ungenau Menschen ihr Gegenüber anschauen. Heute bin ich immer noch zu bebrillt, zu dick usw., aber wenn mir ein zwanzigjähriger Plattenverkäufer mit Dreadlocks an der Kasse erzählt, ich hätte eine tolle, positive Ausstrahlung, dann kann es doch nicht besser sein.
    Meine beiden Töchter sind in dem kritischen Alter, so nenne ich das jetzt mal. Viele Mädchen posten den ganzen Tag auf Instagram und Snapchat Bilder von sich selbst, denen man klar ansieht, dass sie noch vollkommen unfertig sind. Aber trotzdem suchen sie die Bestätigung ihrer Freunde durch deren Kommentare. Das finde ich ehrlich gesagt ziemlich traurig. Ich versuche, meinen Mädels den kritschen Umgang mit Social Medias nahe zu legen, ich hoffe, dass es mir gelingt.
    Lg Susanne
    P.S.: Ich finde das türkise Sweat lässig und schön an Dir, ich habe gar keine Falten gesehen!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Susanne!Danke für deinen Kommentar!!Wunderbar geschrieben;-) und genau das ist es..es kommt auf die Ausstrahlung an...und dafür müssen wir uns erstmal selbst mögen und annehmen ..auch mit vermeintlichen Makeln..die machen uns doch eher zu einem unverwechselbaren Unikat:-))
      ja..und das mit den Mädchen,da geht mir genauso..irgendwie ist in der Zeit unser Einfluß auch nur noch begrenzt...da kann man nur hoffen Ihnen vorher genug an Selbstbewußtsein und Stärke mitgegeben zu haben!
      Liebe Grüße!!Tanja

      Löschen
  4. „Wenn alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachten und sich in ihren Körpern wirklich wohl und kraftvoll fühlten, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen.”

    Das meint die britische Journalistin Laurie Penny und bringt damit genau auf den Punkt, was ich denke.
    Danke, dass du auch darüber schreibst, dass diese Probleme auch schlanke Frauen haben. Was - außer dem wirtschaftlichen Aspekt - noch echt nervt: vor lauter Beschäftigung mit der eigenen Unzulänglichkeit verpasst frau die wirklich spannenden Dinge im Leben.
    In diesem sinne:
    Alles Gute!
    Astrid

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Tanja.
    Danke, dass du dieses durchaus persönliche Thema teilst. Beim lesen merkte ich mal wieder, dass wir erst durch das (mit-)teilen merken, dass wir nicht alleine sind. Es betrifft und berührt auch andere.
    Meine Körperwahrnehmung hat sich verändert seitdem ich in einer Weiterbildung zu einer Übung angeleitet wurde, Dankbarkeit für verschiedene Körperteile & den Körper zu erspüren. & auch Danke zu sagen. Zu dem, was hier alltäglich geleistet wird, was ich als selbstverständlich empfinde, & erst merke das es eben nicht selbstverständlich ist wenn mal etwas zwickt oder zwackt. Welch tolle Dinge ein Körper doch leisten kann (z.B. Schwangerschaften).
    Seit dem hat sich einiges für mich relativiert. Dankbarer bin ich zudem auch geworden ��♥️.
    Eine gute Zeit wünsche ich dir
    Deva

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Deva!Und ich, ich freu mich über Kommentare und Austausch..und wir sollten dieses Thema ruhig öfter öffentlich diskutieren!!
      Liebe Grüße!Tanja

      Löschen
  6. Liebe Astrid!
    ich mag deine prägnanten Kommentar:-))Du triffst den Nagel auf den Kopf!Und na klar haben dieses Problem auch schenke Frauen...wenn man will kann Frau immer irgendwas finden:-(
    Ganz liebe Grüße zurück!!Tanja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Tanja, danke für dein Erinnern, noch mal bei dir vorbeizuschauen und deine Antwort zu lesen. Ich mache das eigentlich schon, wenn ich Zeit habe. Wie kann ich denn diese No-Reply-Funktion los werden? Bin mir nämlich gar nicht bewausst, dass....
      Bon week-end!
      Astrid

      Löschen
  7. Liebe Tanja,

    zu diesem Post möchte ich auch noch was schreiben. Danke, für Deinen so persönichen Bericht. Ich habe leider den Film nicht gesehen, aber das Thema beschäftigt mich immer wieder. Es ist furchtbar, dass so viele Frauen (und ja auch Männer) so unglücklich sind, mit sich selbst und sich nicht annehmen können und mir ging es da nicht anders.
    Ich bin leider nicht nur so langeschrappt, ich hatte richtige Essstörungen, die mich mehr als 10 Jahr begleitet haben.
    Diese Zeit liegt zum Glück lange zurück. In den Schwangerschaften fand ich mich immer sehr schön und in dieser Zeit hat sich das Verhältnis zu meinem Körper nochmal sehr verbessert. Aber genau wie Du schreibst - 100% im reinen bin ich nicht, wenn ich ganz ehrlich bin. Und ich habe sehr große Angst, meiner Tochter da unbewußt auch Dinge mitzugeben, die ich nicht will. Ich bemühe mich sehr darum, meinen Kindern einen natürlichen, entspannten Umgang mit Körper und Essen und entsprechendes Selbstbewußtsein mitzugeben. Aber so leicht ist das wirklich nicht, vorallem nicht, solange sich gesellschaftlich da nicht auch noch einiges ändert.... manchmal finde ich das unglaublich bedrückend, weil es so viel Wichtigeres gibt.
    Mein größter Wunsch ist wirklich, das meine Kinder das mal besser hinbekommen, als ich....

    Liebe Grüße
    Lilo

    AntwortenLöschen